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Die Kastration der Hündin

Unter Kastration versteht man die vollständige Entfernung der Eierstöcke (Ovarien) und die teilweise oder vollständige Entfernung der Gebärmutter (Uterus). Man unterscheidet eine Frühkastration (vor der ersten Läufigkeit) von einer Spätkastration (nach der ersten Läufigkeit). Die Entscheidung zur Kastration der Hündin liegt ausschließlich beim Besitzer. Um diese Entscheidung zu erleichtern, möchte ich Ihnen die Vor- und Nachteile der Kastration näherbringen.

Vorteile der Kastration der Hündin:

·         Nach der Kastration wird die Hündin nicht mehr läufig, kann nicht mehr trächtig werden, ist nicht mehr rüdenattraktiv und wird nicht mehr Scheinträchtig.

·         Durch die Kastration nimmt man positiven Einfluss auf das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Durch eine Kastration vor der ersten Läufigkeit reduziert man das Risiko auf 0,05% (1 von 2000), nach der ersten Läufigkeit auf 2,5% und nach der zweiten Läufigkeit ist das Risiko etwa gleich hoch, wie bei Nichtkastrierten (ca. 25 %).

·         Unabhängig davon, ob bei der Kastration die Gebärmutter entfernt wurde oder nicht (dies gilt zumindest für die Frühkastration) werden Gebärmuttererkrankungen verhindert, wie z.B. Tumore oder Gebärmutterentzündungen (Pyometra).

·         Unkastrierte Hündinnen haben ein erhöhtes Risiko, an Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zu erkranken. Dies liegt an der hormonellen Umstellung nach der Läufigkeit.

Nachteile der Kastration der Hündin:

·         Für diese Operation ist eine Vollnarkose nötig. Trotz Risikominimierung durch entsprechende Narkoseüberwachung, Wahl der Medikamente und technische Ausrüstung, lässt sich das Risiko einer Narkose nie aufheben. (wie bei uns Menschen)

·         Es kann zu Wundheilungsproblemen, wie z.B. Infektionen, Nahtunverträglichkeiten u.a. kommen.

·         Bei kastrierten Hündinnen besteht ein erhöhtes Risiko des Harnträufelns (Inkontinenz). Bei Frühkastierten tritt dieses Risiko bei ca. jeder zehnten Hündin auf, bei Spätkastrierten bei ca. jeder Fünften. Das Risiko erhöht sich in Abhängigkeit vom Gewicht (das Risiko erhöht sich erst bei Hündinnen über 20 kg relevant). Meist lässt sich dieses Problem medikamentell kontrollieren.

·         Es kann zu Fellveränderungen kommen. V.a. Langhaardackel, Cocker, Setter und Neufundländer bekommen nach der Kastration tlw. wieder vermehrt Unterwolle (ein „Welpenfell“).

·         Es besteht die Möglichkeit der Gewichtszunahme durch die hormonelle Umstellung. Durch entsprechende Fütterung und Bewegung lässt sich dies vermeiden.

·         Immer wieder ist die Rede von Verhaltensveränderungen. Diese sind, wenn überhaupt, sehr selten und man sollte nicht vergessen, dass auch das „Erwachsenwerden“, Umweltfaktoren und Erziehung Einfluss auf das Verhalten haben.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.